Medienkonsum bei Kleinkindern 📺

Medienkonsum Spielkiste Schlins

Immer wieder kommen Kinder im Alltag mit digitalen Medien in Kontakt. Sei es durch das Beobachten anderer, oder der aktiven Beteiligung an digitalen Medien. Dabei ist es jedoch wichtig einige Dinge zu beachten und uns als Vorbilder wahrzunehmen.

Vorab möchte ich erwähnen, dass der Medienkonsum nicht nur negative Seiten hat. Durch die richtige Handhabung und das Verständnis kann man auch mit digitalen Medien gut arbeiten. Wichtig ist, wie die Kinder mit Medien aufwachsen.

Das Allerwichtigste, bevor Kleinkinder mit digitalen Medien in Kontakt kommen ist, dass sie vorab schon viele echte Sinneserfahrungen machen konnten, da dies für die Gehirnentwicklung entscheidend ist. Auch das Erleben von Beziehung ist für die Kinder wichtig. Denn keine digitalen Medien können den Blickkontakt, den Geruch, die körperliche Zuwendung oder ein Gespräch ersetzen.

Nur wenn ein Kleinkind schon einmal erlebt hat wie sich zum Beispiel ein Apfel anfühlt, wie er riecht und schmeckt, dann kann es das bereits bekannte mit dem Gesehenen verknüpfen. Um dies zu garantieren, empfiehlt die WHO keine digitalen Medien unter zwei Jahren anzubieten, da die Kinder von aktiven Sinneserfahrungen lernen und sich entwickeln. Denn in den ersten sechs Lebensjahren entwickelt sich das Gehirn schneller als in jeder anderen Lebensphase.

Digitale Medien sind mit ihren Tönen und Bildern besondere Reizquellen für Kinder, welche sie entdecken wollen. Dies kann jedoch auch schnell zu einer Überforderung der Aufnahme- und Verarbeitungsfähigkeit führen. Dabei ist es wichtig, sich genau zu überlegen, welche digitalen Medien man den Kindern zeigt und wie man diese im Alltag einsetzt, damit es eine „sinnvolle“ Aktivität ist. Dabei ist zu beachten, dass man zum Beispiel Serien auswählt, welche eine langsame Bildabfolge zeigen, damit die Kinder genug Zeit haben, das Gesehene zu verarbeiten. Beobachtet auch, wie sich das Kind während des Sehens der Serie verhält, um zu erkennen, ob die gewählte Serie auch passend ist. Wichtig ist auch das gemeinsame Fernsehen. Durch das Gesehene entstehen bei den Kindern viele unterschiedliche Gefühle oder auch Fragen auf diese man dann genau eingehen kann, wenn man weiß um was es in der Serie ging. Dabei ist es wichtig, dass man nach dem Schauen, das Gesehene bespricht oder zum Beispiel anhand eines Rollenspiels nachspielt, somit kann man erkennen, was die Kinder beschäftigt. Auch das Verknüpfen mit bereits bekannten Alltagsszenen kann den Kindern helfen, das Gesehene besser zu verstehen. Bei den digitalen Medien sind ruhige Bildabfolgen, eine klare Sprache und Pausen sehr wichtig. Auch eine klare Zeitbegrenzung ist zu empfehlen.

Dabei wird vielfach empfohlen Kinder unter drei Jahren medienfrei zu erziehen. Stattdessen ist das gemeinsame Ansehen von Bilderbüchern und Dialoge für die Kinder von großer Bedeutung.

Auf der Seite: “Schau Hin!“ wird empfohlen, dass Kinder von 0- 3 Jahren am besten keine Bildschirmzeiten haben sollten. Wenn doch, dann möglichst dosiert und nicht täglich. 4–5-Jährige sollten eine halbe Stunde Bildschirmzeit am Tag haben. Wichtig ist, dass diese Zeiten nicht an einem Stück angesehen werden sollten. Höchstens 15- 20 Minuten am Stück sind zu empfehlen.

Abschließend möchte ich sagen, dass es wichtig ist digitale Medien gemeinsam zu konsumieren und diese anschließend genau zu besprechen oder nachzuspielen. Digitale Medien können richtig eingesetzt auch die Beziehung durch gemeinsames Besprechen oder Spielen fördern. Entscheidend sind die Zeiten und die Auswahl der digitalen Medien, wann die Kinder das erste Mal mit digitalen Medien in Kontakt kommen und wichtig ist, es sollte immer mehr Bewegungszeit als Bildschirmzeit im Alltag vorhanden sein.

Empfohlene Seiten zu Thema Medien

SCHAU HIN! Was dein Kind mit Medien macht.

https://www.schau-hin.info

Flimmo.de – Serienempfehlungen

https://www.flimmo.de

Quellen:

Schau hin – Was dein Kind mit Medien macht

Kindergesundheit-Info.de

Skript von Claudia Nappi – Fortbildung von Schloss Hofen

© Saskia S.

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